14.12.2015

Rezi: "Die Magie der tausend Welten- Die Begabte" (Band 1)- Trudi Canavan



Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag
Reihe: 1/3
ISBN-10: 3764531053
ISBN-13: 978-3764531058

Die junge Frau Rielle ist die Tochter eines einfachen aber dennoch reichen Färbers. Die Familie hat großes mit ihrer Tochter Rielle vor, denn sie wollen mit der Hilfe ihrer Tochter endlich Teil des Adels bzw. Oberschicht werden. Doch Rielle verfügt über ein düsteres Geheimnis, denn sie kann Magie erkennen und ausüben. In ihrer Welt ist dies jedoch strengstens verboten und wer es doch wagt gegen das Gesetzt zu verstoßen wird hart bestraft.                                                                                                       
In einer anderen Welt lebt der junge Zauber und Archäologe Tyen. Er besucht eine Akademie für Zauberer und möchte einmal selbst unterrichten. Durch Zufall findet er bei einer Ausgrabung ein magisches Buch, in dem seit tausenden von Jahren das Bewusstsein einer Frau gefangen ist.


Trudi Canavan zählt wohl zu den bekanntesten Fanatsyautrorinnen und umso gespannter war ich auf ihr Werk, da ich bis jetzt noch kein einziger Roman von ihr gelesen habe. Hinsichtlich ihres Rufes hatte ich daher relativ hohe Erwartungen an den Roman. 
Zunächst möchte ich betonen, dass mich der Klappentext wirklich sehr verwirrt hat, da ich aufgrund des Klappentext davon ausgegangen bin, dass lediglich Tyen der Protagonist ist und es nicht  noch weiterer zentrale Figuren gibt. Der Roman wird jedoch in unterschiedliche Erzählstränge unterteilt (in Tyens und Rielles). Mich hat zudem die ganze Zeit irritiert, dass die beiden Erzählstränge auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und sich die Figuren bis zum Ende hin nicht aufeinander treffen und daher konnte ich lediglich Vermutungen anstellen, warum beide so wichtig für den Roman und den weiteren Verlauf der Geschichte bzw. der Reihe sind.
Die beiden Protagonisten leben in unterschiedlichen Welten, die sich kaum ähneln. In Rielles Welt ist es strengstens verboten Magie zu wirken und vor allem Religion bestimmt das Leben der Menschen. Rielles Welt strahlt eine einfache und mittelalterliche Atmosphäre aus. Tyens Welt ist dagegen ein absoluter Kontrast, denn Technik und Magie bestimmten den Alltag in seiner Welt. Moderne Maschinen werden mithilfe von Magie angetrieben. Aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen bezüglich der Magie gehen die Protaginsten unterschiedlich mit ihren Gaben um. Rielle fürchtet sich förmlich vor der Magie und möchte ihre Gabe am liebsten leugnen. Tyen dagegen liebt seine Magie und die dadurch resultierenden Vorteile. So entwickelt er z.B. Insektoiden, kleine mechanische Käfer, die auf seine Befehle gehorchen. 
Die Ideen die hinter den verschiedenen Welten stecken empfand ich als „nett“ aber nicht als außergewöhnlich und ich habe mir wesentlich mehr von der Autorin erhofft. Die Welten bleiben einfach immer etwas farblos und können sich nicht vom restlichen Genre abheben.
Auch die phantastischen Elemente sind nichts Neues und es wurden alt bekannte Ideen miteinander verbunden. Ich hatte einfach auf mehr Kreativität gehofft. Es gab jedoch auch durchaus positive Aspekte in dem Roman, so konnte mich vor allem Pergama, das sprechende Buch positiv überraschen und auch die Umsetzung ist durchaus gelungen. Pergama wurde von einigen tausend Jahren durch einen sehr mächtigen und skrupellosen Zauberer in ein Buch verwandelt. Der Zauberer benutze ihren Körper als Rohstoff für das Buch und so wurde die menschliche Haut z.B. zu Pergament etc. Durch  Pergama und Tyen erhält man daher einige Informationen über die Magie und auch über andere Welten, da Tyen versucht das Rätzel rund um Pergama zu lösen.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht und schnell zu lesen. Ich hatte jedoch zwischenzeitlich das Gefühl, dass ich einen Jugendroman lese und eher ein jüngeres Publikum angesprochen werden soll. Aufgrund der lockeren Schreibweise flogen die Seiten jedoch nur so dahin und ich hab den Roman relativ schnell beendet.

Ein weiterer Kritikpunkt sind vor allem die Figuren und ich hatte insbesondere mit Rielle so meine Probleme. Die Autorin gelingt es einfach nicht, über den ganzen Roman hin, die zwischenmenschlichen Beziehungen authentisch darzustellen. Rielle erblickt einen gut aussehenden und einigermaßen höfflichen jungen Mann und schon ist sie komplett von der Rolle, spricht von Liebe und triff folgenschwere Entscheidungen und ich konnte einfach nur mit dem Kopf schütteln, denn ich konnte ihr Verhalten einfach nicht nachvollziehen. Auch Tyen wirkte zunächst sehr naiv auf mich. Er befolgt einfach jeden Befehl und hinterfragt keinen einzigen. Zudem durchschaut er offensichtliche Pläne und Fallen nicht. Er entwickelt sich im Laufe des Romans jedoch weiter und verliert etwas von seiner Naivität und wirkt zum Ende hin daher wesentlich reifer.


Alles in allem konnte die Autorin meine hohen Erwartungen nicht erfüllen. Trudi Canavan gelingt es  nicht, sich vom restlichen Genre abzuheben und der Geschichte haftet etwas naives und einfaches an. Vor allem die naiven Figuren haben meine Lesestimmung getrübt. „Die Begabte“ ist durchaus ein netter Roman für zwischen durch, für mehr jedoch nicht. 





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