28.04.2015

Rezi: ,,White Horse"- Alex Adams

Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Piper
Reihe: 1/1
ISBN-10: 349270252X
ISBN-13: 978-3492702522
Originaltitel: White Horse
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Die Welt wie wir sie kannten gibt es nicht mehr. Der 4. Weltkrieg und eine gefährliche Seuche haben die Menschenheit fast vollkommen ausgelöscht. Nur noch wenige Menschen leben und sie führen ein hoffnungsloses und düsteres Leben in dem man so schnell seine Menschlichkeit verliert. Doch Zoe weigert sich ihre Menschlichkeit aufzugeben und so macht sie sich auf die Suche, denn der Vater ihres ungeborenen Kindes ist verschwunden. Doch hat Zoe etwas mit dem Ausbruch der Seuche zu tun oder weiß sie Bescheid, wer diese Seuche auf die Menschen losgelassen hat?


,,White Horse“ ist ein düsterer und vor allem realistisch wirkender Endzeitroman. Alex  Adam hat jedoch das Rad nicht neu erfunden und so beruht der Roman vor allem auf soliden und weniger innovativen Ideen, dennoch konnte mich der Roman aufgrund der tollen und düsteren Atmosphäre packen. Der Roman ist eindeutig nicht für zarte Gemüter, denn die brutalen Szenen werden nicht beschönigt sondern gnadenlos geschildert.

Der Roman ist in kurze und knappe Kapitel unterteilt und die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Zeitformen geschildert.  Zum einen aus der Vergangenheit, dort erfährt man z.B. wie es zu dem Virus kam und wie er sich ausgebreitet hat und zum anderen aus der Gegenwart, in der Gegenwart dreht sich alles um den Überlebenskampf von Zoe.             
Man erlebt alles Hautnahe mit, da sich die Autorin für die Ich-Perspektive entschieden hat und so muss man sich beispielsweise mit den Gewissenskonflikten von Zoe auseinander setzte. Ich konnte so die Gedankengänge von Zoe super nachvollziehen und auch der Überlebenskampf wirkte durch die gewählte Perspektive noch wesentlich eindringlicher und verzweifelter.                                                            
Der bildliche und dennoch kurze und prägnante Schreibstil passt perfekt zu der Thematik des Romans und so wirken die stellenweise abgehakten Sätze auf keinen Fall fehl am Platz, sondern unterstützen die Atmosphäre noch zusätzlich.

Von Anfang an war mir die Protagonistin sehr sympathisch. Sie ist der Dreh und Angel Punkt der Geschichte. Sie ist jedoch wesentlich älter als erwartet, dies finde ich jedoch durchaus positiv, da es mal wieder ganz erfrischend war über keine 17 Jährige Protagonistin zu lesen. Zoe handelt die ganze Zeit nachvollziehbar und ich konnte mich super in sie hineinversetzen. Sie besitzt ein starkes Durchhaltevermögen und sie ist bereit in gefährlichen Situationen zu handeln. Zoe versucht sich ihre Menschlichkeit zu bewahren und fragt sich daher oft, was moralisch wirklich vertretbar ist oder ob diese oder jene Handlung sie zu einem Tier macht.                                                        
Die Nebencharaktere bleiben leider etwas blass, man merkt einfach, dass sich die Autorin vor allem Mühe bei der Ausarbeitung von Zoes Figur gegeben hat. So ist der Schweizer, der vermeintliche Bösewicht, ein absoluter Klischee Antagonist und bleibt fast bis zu Ende hin ziemlich blass. Durch die tolle Auflösung am Ende hin bekam die Figur des Schweizers jedoch noch etwas Farbe und Tiefe.

Alles in allem konnte mich der Roman wirklich überzeugen. Die düstere Atmosphäre und die realistisch wirkenden Gegebenheit haben mich zum Nachdenken angeregt. Auch die Protagonisten Zoe konnte mich begeistern. Ich finde es nur etwas schade, dass die Nebencharaktere etwas zu wenig Aufmerksamkeit  bekommen haben.


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