23.02.2015

Rezi: „Die Seelen der Nacht“- Deborah Harkness


Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag 
Reihe: 1/3
ISBN-10: 3764503912
ISBN-13: 978-3764503918
Originaltitel: A Discovery of Witches

Diana versucht zu verdrängen, dass in ihren Adern Hexenblut fließt und sie auch mit großer Wahrscheinlichkeit magische Kräfte besitzt und so schlägt sie den Weg der Wissenschaftlerin ein und wird Historikerin, denn Wissenschaft beruht auf Fakten, Wissen, man kann es Beweisen, es ist rational… und ist einfach das Komplette Gegenteil von Magie. Doch durch einen Zufall gelangt sie in der Bibliothek von Oxford an ein magisches Manuskript mit unvorstellbarer Macht. Und so passiert genau das, was Diana immer vermeiden wollte, sie wird in die magische Welt hineingezogen, denn andere Wesen, Hexen, Vampire etc. haben ihren Fund bemerkt und wollen die Macht des Manuskriptes für sich allein. Ausgerechnet ein 1500 Jahre alter Vampir eilt Diana zu Rettung. Kann sie Matthew wirklich trauen? Doch die anfängliche Abneigung der Beiden wandelt sich schnell zu tieferen Gefühlen, dabei gibt es strikte Regeln: Vampire und Hexen dürfen sich nicht Lieben. Und so wird Diana nicht nur von machthungrigen Wesen, sondern auch von der Kongregation, der verhindern will, dass Matthew und Diana zusammen kommen, verfolgt.



Schnell hat mich ,,Seelen der Nacht“ in seinen Bann gezogen und wehe dem der es gewagt hat mich beim Lesen zu stören.
 Geschickt verwebt Deborah Harkness Magie mit dem alltäglichen Leben und es gelingt ihr vortrefflich die magische Welt logisch aufzubauen, sodass es mir ein leichtes war die magische Welt zu verstehen. So kann z.B. anhand eines Gentestes festgestellt werden, ob jemand ein magisches Talente besitzt oder nicht. Durch die Tatsache, dass Magie in dem Roman wissenschaftlich nachprüfbar ist, erhält die Magie einen ganz eigenen Charme und viele neue Facetten.
Der Leser lernt verschiedene Wesen kennen (Hexen, Vampire, Dämonen) und dessen Kultur, z.B. wie sie jeweils strukturiert sind, ihre Hierarchie und ihre Regeln. So wird kein Wesen nur oberflächlich skizziert sondern mehr dimensional, dabei verliert sich die Autorin jedoch nicht in den Details.
Der Roman besticht durch Spannung, als auch durch ruhige und humorvoll Momente. So hat mich das lebendige Haus von Dianas Tanten, dass ein oder andere mal zum Schmunzeln gebracht. Die Autorin hat ein gutes Gefühl dafür, wann es wichtig ist dem Leser eine Verschnaufpause zu gönnen. So geschieht nicht alles Schlag auf Schlag und die Geschichte hat Zeit sich angemessen zu entwickeln.

Detail verliebt, ohne sich jedoch dabei in den Details zu verlieren, schildert die Autorin die verschiedenen Schauplätze und hat mich somit gedanklich direkt zu den wundervollen Orten geführt. Zudem gelingt es der Autorin mit ihrer Wortwahl verschiedene Atmosphären im Roman aufzubauen. Der Schreibstil hat mich einfach schon nach wenigen Sätzen begeistert, der Roman lässt sich einfach toll und vor allem flüssig lesen.

Diana ist keine hilflose Frau, die darauf wartet gerettet zu werden, sie nimmt ihr Leben gerne selbst in die Hand, ist intelligent, steht mit beiden Beinen fest im Leben und dennoch hat sie auch eine verletzliche Seite, sie hat Angst, benötig Zuspruch und Liebe von anderen Menschen.                           Matthew ist auch sehr belesen und vor allem Stur und temperamentvoll, sodass es sich nicht vermeiden lässt, dass die ein oder andere hitzige Diskussion zwischen ihm und Diana entsteht.            Die Liebesgeschichte von Diana und Matthew entwickelt sich langsam und authentisch und so sind sie nicht schon auf den ersten 50 Seiten grundlos unsterblich ineinander verliebt. Matthew ist ein Mann (Vampir) der alten Schule, er möchte Diana umwerben und ihr damit zeigen, welche große Rolle sie in seinem Leben einnimmt. Die Autorin lässt der Liebesgeschichte Zeit zu wachsen und sich zu entwickeln. Die Liebe zwischen den Protagonisten wirkt daher tiefgründig und nicht gezwungen oder aufgesetzt, was bei Liebesgeschichten leider oft der Fall ist. 
Selbst die Nebencharaktere sind nicht weniger liebevoll ausgearbeitet, sie besitzen alle einen eigenen Charme, haben Facetten und entsprechen nicht den gängigen Stereotypen.

Alles in allem hat mich ,,Seelen der Nacht“ restlos überzeugt. Die Autorin verleiht der Gesichte, den Protagonisten, der Magie eine gewisse Tiefe und kratzt nicht nur an der Oberfläche. Der tolle Schreibstil rundet alles noch zu einem wundervollen Schmöker ab.


Sechs von sechs Schafen.


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