24.06.2014

Rezi: ,,Die Brücke der Gezeiten“- David Hair

Alle zwölf Jahre erhebt sich aus dem Ozean die Mondfluttbrücke und verbindet so zwei  bis aufs Blut verfeindete Kontinente, Yuros und Antopia, miteinander. Immer und immer wieder versucht Yuros Antopia zu unterwerfen. Schon zweimal kam es zu einem erbitterten Krieg. Die nächste Mondflut naht und die Kontinente bereiten sich für die entschiedene Schlacht vor. Die Königshäuser schmieden Eroberungspläne und es ist die Zeit der Intrigen. Doch nur unscheinbare Menschen werden über das Schicksal der Welt entscheiden: ein gescheiterter Magierschüler, eine Mörderin mit Gewissen und die Tochter eines Kaufmannes.


,,Die Brücke der Gezeiten“ besticht durch eine gut verständliche aber dennoch komplexe Handlung, sowie durch eine  interessanten Story. Politische Intrigen, Allianzen, Glaubensfragen und Rassendiskriminierung finden in der Geschichte Platz. Es wird jedoch schnell deutlich, dass es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt und ,,Die Brücke der Gezeiten" das Grundgerüst für die anderen Bände bildet. Konflikte werden angedeutet, Gegner vorgestellt.                                                            
Ich hatte zunächst einige Anlaufschwierigkeiten. Es wird grade in den ersten Seiten zu viel erklärt, sodass der Anfang ziemlich zäh ist, dies legt sich jedoch nach einigen Seiten und die Geschichte konnte mich von Seite zu Seite mehr fesseln. Die detailreiche Karte und das Glossar haben mir den Einstieg in die Geschichte zusätzlich erleichtert.

David Hair bedient sich einem klaren und nüchternen Schreibstil, der weder kompliziert, noch zu einfach wirkt. Viele phantastische Wörter sind an der heutigen Sprache angelehnt, sodass ich mir nicht endlos viele unbekannte Begriffe merken musste und mich vollkommen auf die Geschichte konzentrieren konnte. Geschickt baut David Hair die verzweifelte, düstere und erwartungsvolle Atmosphäre der Vorkriegszeit auf.

Die Protagonisten versprühen ihren ganz eigenen Charme. Sie wirken authentisch und nicht zu stereotypisch. Keiner der Protagonisten entspricht dem Bild des perfekten Helden, jeder hat schwächen und Eigenheiten.                                                  
Alaron, der Viertelblut- Magier, ist ein sympathischer junger Mann und gleicht eher mittelmäßiges magisches Talent durch seine Intelligenz und seinen Wissensdurst wieder aus.                                                                                                                                    
Ramita, die Tochter eines Händlers, opfert sich für ihren Vater auf und versucht es allen recht zu machen, auch wenn sie darunter leidet. Sie versucht alles durchzustehen ohne allzu sehr in Selbstmitleid zu versinken.                                             
Ihr (Ex)Verlobter  Karim versinkt dagegen zunächst in Selbstmitleid und findet erst später seinen Kampfwillen und ist bereit für Ramita zu kämpfen.                                                
Elena ist eine bekannte und gefürchtete Spionin, die schon einige Leben beendet hat, doch sie entdeckt, fast zu spät, dass das Leben so viel mehr zu bieten hat.

Alles in allem hat mich ,,Die Brücke der Gezeiten“ wirklich begeistern können, auch wenn man deutlich gemerkt hat, dass es sich um den Auftakt zu einer großen Reihe handelt, um so mehr freue ich mich auf den nächsten Teil. Der nüchterne und doch treffende Schreibstil von David Hair hat mich in seinen Bann gezogen und ich bin gespannt, in welche Richtung sich die politischen Intrigen weiterentwickeln. 




Kommentare:

  1. Tolle Rezension, ich hab das Buch mal direkt auf meine Wuli gepackt :)

    Liebste Grüße,
    Sarah

    tintenbloggerin.blogspot.com

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